Die Geschichte

 

....der über 500 Jahre zurückliegenden Badekultur unserer Heimat begann bereits im Jahre 1490. Zu dieser Zeit wurden die heilkräftigen Quellen zum ersten Mal erwähnt und nur wenige Jahre später startete man den Versuch, sie als Bäder auszunutzen.

 

Damals erhielten die Köche des Kurfürsten Philipp von der Pfalz das alleinige Recht, die Salzquellen zwischen Kreuznach und Ebernburg auszuschöpfen. Sie errichteten eine Hütte mit zwei Pfannen zum Salzsieden als Badestätte und mussten „von jedem Menschen, der zu Bade“ ging, „einen Heller an den Kurfürsten abführen“.

 

Im Laufe der Zeit folgte eine wechselvolle Erfolgs- und Niedergangsgeschichte, bis im Jahre 1608 erstmals Gradierkästen erwähnt wurden. Mit Hilfe dieses neuen Mediums - bestehend aus einem Holzgerüst, das mit Reisigbündeln verfüllt ist - war es möglich, den Salzgehalt im Wasser zu erhöhen, indem Sole durch das Reisig hinuntergeleitet wird, wobei auf natürliche Weise Wasser verdunstet.

 

Nach der Zerstörung der Gradierwerke durch Unwetter und Verkauf von Holz- und Eisenteile, konnte erst lange nach dem 30-jährigen Krieg (1618 – 1648) im Jahre 1707 der Betrieb wieder aufgenommen werden.

 

Mehrere Erbpachtverträge wurden in der Folge der Zeit zwischen Kurfürsten und Kaufleuten abgeschlossen, bis am 18. Oktober 1843 der preußische Staat die Salinen aufkaufte. Anfangs wurde lediglich das Hauptaugenmerk auf die Salzgewinnung gerichtet. Erst nachdem eine Bittschrift einer Kommission an Prinz Wilhelm von Preußen überreicht wurde, als der sich anlässlich eines Besuches in Bingen aufhielt, durfte man glücklicherweise im Jahre 1852 den Badebetrieb in der königlich-preußischen Saline zu Münster wieder eröffnen.

 

Dank der Errichtung der Rhein-Nahe-Bahn im Jahre 1859 und einige Jahre später der Pfalz-Bahn (1870), kamen immer mehr Fremde nach Münster und so entstanden die ersten Kurhäuser. Da die Rentabilität dieses noch jungen Business dem Staat zu gering war, erwarb die Gemeinde Münster am 2. Januar 1872 die Salinen für 52.000 Taler. Damit hatte die Kommune eine schwere Schuldenlast auf sich genommen.

 

Schon bald bot die Gemeinde ihren neuen Kurgästen neben einer Trinkhalle und Badeeinrichtungen einen Kurgarten mit einem Kurhaus. Die Badehäuser wurden an die Soleleitungen angeschlossen und mit der Entdeckung der heilenden Wirkung der Radioaktivität der Quellen, wurden neue Gebäude errichtet, um auch diese Eigenschaft des Heilwassers dem Wohle der Gäste zuzuführen.

 

Seit 1905 darf sich die Stadt Münster a. St. „Bad“ Münster am Stein nennen und ist seitdem ein bekannter Badeort.

 

Im Jahre 1970 wurde als Folge der Verwaltungsreform und Bildung der neuen Ortsgemeinde Bad Münster am Stein-Ebernburg der kommunale Eigenbetrieb Kurbetriebe Bad Münster am Stein-Ebernburg gegründet.

 

Nun begann die erforderliche Modernisierung, damit die einmalige Landschaft mit der weltweit bekannten Heilkraft ihrer radonhaltigen Thermen in vielfältiger Form ausgenutzt werden konnten. Die radonhaltigen Natrium-Chlorid-Wässer der artesischen Bohrbrunnen werden in einen abgeschlossen Quellsammelbehälter gefördert,  gespeichert und in drei Arten verwendet:

 

1. Radon-Thermalwasser, 2. Radium-Emanation, 3. Solwasser.

     

Wissenswertes zu den Heilquellen (Kurmittel, Anwendung, Wirkung)

 

Die Heilquellen in Bad Münster a. St.-Ebernburg enthalten einmal Radium und zum anderen im wesentlichen Jod, Brom, Lithium, Natrium und Chlor. Da sie mit einer Temperatur bis zu 30oC gefördert werden, sind sie als Thermal-Radium-Sole und als Thermal-Jod-Brom-Lithium-haltige Solquellen zu bezeichnen. Die Sole wird für Bäder, aber auch bei Inhalationen und Trinkkuren angewendet.

 

Die Bäder erzielen neben einer mechanischen (Auftrieb erleichtert Bewegungen) und thermischen (Gefäßerweiterung) Wirkung auch eine chemische, die Radiumsolbäder zusätzlich eine Strahlenwirkung.

Radium ist ein radioaktives Element, das in ein Gas, das Radon, zerfällt. Dieses Gas wird während des Badens eingeatmet. Die für die Balneo-Therapie wichtigen Alpha-Teilchen lagern im Fettgewebe, an den Nerven und im Knorpel-Knochen-Bereich ab und führen zu einer Aktivierung der Lebensvorgänge in den Zellen. Das abgesaugte radonhaltige Quellgas wurde als Radoninhalation – eine Trockeninhalation – dem Patienten zugänglich gemacht.

 

Quellen: Schriftenreihe der Stadtverwaltung Bad Münster a.St.-Ebernburg, Teil VI und VII.

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